05.07.2013

Idee

Dieses Ausbildungskonzept beruht auf dem Ausbildungskonzept „TEKNIKA“ aus Dänemark. Im ursprünglichen „TEKNIKA“ ist der Lernfokus auf dem Erlernen der verschiedenen Badmintontechniken. Das Badmintonspielen steht erst einmal nicht auf der Agenda. Dennoch werden den Kindern mit Hilfe von verschiedenen Leveln und dementsprechenden Prüfungen Ziele gesetzt, die sie erreichen können. Ähnlich wie in Sportarten wie Judo oder Karate wo es auch nur um das Erlernen der richtigen Technik geht, gibt es verschiedene Stufen, die zum Beispiel mit verschiedenfarbigen T-Shirts gekennzeichnet werden. Die verschiedenen Levelprüfungen werden von Trainern abgenommen, die Kinder müssen sich hier auf das Trainerurteil verlassen. Ziel dieser Ausbildung ist, dass zum einen eine frühe und qualitativ hochwertige Technikausbildung garantiert wird. Zum Anderen gibt „TEKNIKA“ damit auch automatisch eine eigene Rahmentrainingskonzeption vor, die erfüllt werden muss. Eine andere Neuheit, die die Idee von „TEKNIKA“ nach Deutschland mitbrachte ist im Vorderfeld mit Unterhand- und Seithandschlägen zu beginnen und dann erst die Überkopfschläge und dazugehörigen Lauftechniken auszubilden. Rotationsschläge sind schwerer zu erlernen als Extensionsschläge. Der schnelle Erfolg vor allem bei jungen Kindern steht hier im Vordergrund. Schnelle Erfolgserlebnisse beim Einstieg in die komplexe Sportart Badminton sollen helfen die Dropoutquote zu senken.

Erfahrungen mit „TEKNIKA“ in Deutschland

In Deutschland wurde nach einer Fortbildung das dänische Ausbildungskonzept an einigen Standorten erprobt. In Mülheim stand hier vor allem die geänderte Ausbildungsreihenfolge im Fokus. In Beuel versuchte man auch das Levelkonzept strickt durchzusetzen1. Aus diesen ersten Erfahrungen konnte schon einige Schlüsse gezogen werden um das „TEKNIKA“-Konzept zu optimieren und an die Bedürfnisse der deutschen Sportlandschaft anzupassen. Mit den methodischen Veränderungen wurden durchweg nur positive Erfahrungen gemacht. Man sollte also das „TEKNIKA“-Prinzip „von Unterhand- und Seithandschlägen zu Überkopfschlägen“ beibehalten. Das nur auf die technische Ausbildung ein Fokus gelegt wird und keine Wettkämpfe angeboten werden hat sich eher als negativ herausgestellt. Die meisten Kinder verspüren schon sehr früh das Gefühl – auch hervorgerufen durch Vorbilder – sich mit anderen messen zu wollen. Natürlich kann dies dazu führen, dass Techniken nicht mehr sauber ausgeführt werden. Allerdings sind wir in einer Spielsportart und sollten auch solche Sachen wie Wettkampfhärte, Spaß am Wettkämpfen, Spaß an knappen Entscheidungssituationen von Anfang an mit ausbilden. Deswegen geht hier die Empfehlung klar in Richtung „angepasste Wettkämpfe“. Man könnte zum Beispiel – wenn genug Talentstützpunkte bei diesem Konzept mitmachen – spezielle „TEKNIKA“ Wettkämpfe anbieten. Die Kinder spielen dann nur gegen Kinder im eigenen Level und die Feldbereiche sind entsprechend der Fähigkeiten eingegrenzt. Der Entwurf dieser Wettkampfstruktur ist aber nicht Bestandteil dieses Konzepts. Weiterhin spielen die Eltern im dänischen „TEKNIKA“ eine sehr wichtige Rolle als Zuspieler und Zuwerfer. Auch dies ist erfahrungsgemäß in Deutschland nicht ohne Weiteres umsetzbar, daher sollte innerhalb der Trainingsgruppe sehr früh differenziert werden. Die hoffnungsvollsten „Talente“ sollten 1-3 mal pro Woche ein „Intensivtraining“ von 15 – 20 Minuten bekommen. Hier ist dann auch eine hohe Zuspielqualität gewährleistet.

Auch ist unser Ausbildungskonzept im Gegensatz zum dänischen nicht bis U19 angelegt, sondern endet mit der Altersklasse U13. Das hat zum einen den Grund, dass vor allem der Reiz, das nächste Level zu erlangen mit höherem Alter doch stetig sinkt. Zum anderen ist unsere Spielerausbildung ab U15  doch auch mit internationalen Maßstäben gemessen sehr gut.

1Siehe A-Trainerabschlussarbeit von Martin Lemke

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